Fotowalk 23#9 –  Landschaftsfotografie bei Regen

Fotowalk 23#9 – Landschaftsfotografie bei Regen

Die letzten Tage war hier wirklich der „Wurm drin“ – wie man so nett zu sagen pflegt. Wettertechnisch erst zu heiß, dann zu kalt und nun wechselhaft, regnerisch und windig. Wenn man sich mal wieder der Landschaftsfotografie widmen möchte, dann bleibt aktuell kaum etwas anderes übrig, als eine kleine Runde durch den Regen zu trotten. Alpines Gelände wollten wir uns bei den hier aktuell vorherrschenden Witterungsbedingungen besser nicht zumuten. Aber in den nächsten Wochen klappt das bestimmt auch mal wieder!

Was für ein glücklicher Zufall, dass meine Fuji X-T5 im Zusammenspiel mit dem 23mm f2WR ein doch recht wetterfestes Bundle abgibt und mit der Brennweite gerade noch für die Landschaftsfotografie brauchbar ist. Das etwas größere Tamron 17-70mm musste bei diesem Wetter dann leider zuhause bleiben, auch wenn ich mir die zusätzliche Variabilität vor allem am weiten Ende doch sehr gewünscht hätte.

Start bei Scheidegg im Allgäu – Ab durch den Wald!

Los ging unsere kleine Tour am Waldfreibad in Scheidegg. Unsere Füße führten uns direkt in ein kleines Waldstück, in welchem wir das Schattenspiel der Baumwipfel auf den Farn bewundern konnten. Ja, noch schien die Sonne!

Herz-Jesu Kapelle Ebenschwand

Knapp auf halber Strecke findet sich diese kleine Kapelle am Wegesrand. Interessierte Leser*innen können sich gerne noch das Innere auf der offiziellen Homepage des Bistums Augsburg näher ansehen.

Bei leichtem Nieselregen passierten wir die kleine Kapelle allerdings recht zielstrebig weiter in Richtung Bromatsreute, denn dort wollten wir kurz einkehren und dem gröbsten Unwetter entgehen.

Scheidegg Landschaftsfotografie Regen 5 - Fotowalk 23#9 - Landschaftsfotografie bei Regen - Streetfotografie | Landschaftsfotografie | Reisefotografie

Die malerische Kapelle liegt idyllisch am Rande des Dorfes und strahlt eine äußerst einladende Atmosphäre aus. Ihr markantes, kleines, rotes Dach und der charmante Glockenturm machen sie zu einem beliebten Ort für Einheimische und Besucher*innen gleichermaßen. Im Inneren erwartet dich eine schlichte, aber schöne Innenausstattung mit kunstvollen Verzierungen und einer herzlichen Ausstrahlung. Die Herz Jesu Kapelle lädt zum Innehalten, Beten, zur inneren Einkehr und zum Fotografieren ein. Ganz gleich, ob du auf der Suche nach Ruhe bist oder die Schönheit umgebenden Landschaft bewundern möchtest, diese Kapelle wird dich mit ihrer tollen Lage verzaubern.

Erbaut wurde diese kleine Kapelle übrigens ca. 1921/22 – sie ist damit zwar noch nicht wirklich „alt“, hat aber dennoch einige Jahre auf dem Buckel.

Herrliche Aussicht über die Viehweiden

Kommen wir zum (eigentlichen) fotografischen Höhepunkt unserer kleinen Wanderung – der Aussicht über die Viehweiden. Bei klarem Wetter kann man hier bis in die Schweiz sehen – davon bekommen wir aber wenig mit. Es regnet, regnet und regnet immer mehr! Zum Glück haben wir festes Schuhwerk an und Regenschirme zur Hand. Also ging es relativ zügig weiter in Richtung Hütte und damit auch über die deutsch-österreichische Grenze.

Hin und wieder habe ich unsere Gruppe dann doch ein wenig aufgehalten, um ein paar Fotos zu knipsen. Wofür schleppt man denn sonst eine Kamera durch den Regen? Okay, ich muss zugeben, dass ich der Einzige mit Kamera war – meine wagemutigen und mittlerweile frisch geduschten Mitstreiter*innen hatten sich eher auf die Regenschirme verlassen.

Landschaftsfotografie bei Regen – Worauf sollte ich achten?

Du stehst vor einer atemberaubenden Landschaft und möchtest die Schönheit auch bei Regen festhalten? Oder du bist, so wie wir, gerade an einem wunderschönen Flecken unserer Erde, möchtest aber trotzdem raus und fotografieren? Kein Problem! Mit ein paar einfachen Tipps kannst du auch unter den nassen Bedingungen eindrucksvolle Bilder zaubern – egal, ob du ein Smartphone oder eine Systemkamera verwendest.

  1. Schütze deine Ausrüstung:
    Egal ob Smartphone oder Systemkamera: der wichtigste Aspekt bei der Fotografie im Regen ist der Schutz deiner Ausrüstung. Verwende unbedingt eine wasserdichte oder zumindest wasserabweisende Kameratasche, um deine Kamera und Objektive vor Feuchtigkeit zu schützen. Für Smartphones gibt es spezielle wasserdichte Hüllen, die diesen Schutz gewährleisten.
    Auch wenn deine Gerätschaften wettergeschützt sind – etwas Sorgsamkeit kann auch in diesem Fall nicht schaden. Ein kritischer Moment bleibt zum Beispiel (wettergeschützt oder nicht) der Objektivwechsel. Diesen solltest du dann so gut wie möglich vermeiden.
  2. Such dir interessante Motive:
    Regen kann eine magische Atmosphäre schaffen und deinen Bildern eine besondere Note verleihen. Nutze die Spiegelungen auf Pfützen, die leuchtenden Farben der Natur nach dem Regen oder dramatische Wolkenformationen, um beeindruckende Landschaftsbilder zu kreieren.
  3. Beachte die Belichtung:
    Regenwolken können den Himmel meist ziemlich dunkel erscheinen lassen, während die Landschaft selbst noch genügend Licht hat. Achte auf eine ausgewogene Belichtung, um die Details sowohl in den hellen als auch in den dunkleren Bereichen deines Bildes sichtbar zu machen.
  4. Setze auf weiche Beleuchtung:
    Regen sorgt für eine natürliche weiche Beleuchtung, die eigentlich ideal für Landschaftsfotografie ist. Die Wolken wirken wie ein riesiger Diffusor und verhindern harte Schatten. Nutze diese sanfte Beleuchtung, um eine stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen.
  5. Verwende Stative oder Alternativen wie Beanbags:
    Bei schwachem Licht und längeren Belichtungszeiten kann es schwierig sein, das Smartphone oder die Systemkamera ruhig zu halten. Nutze ein Stativ oder suche dir eine stabile Haltemöglichkeit, um Verwacklungen zu vermeiden und gestochen scharfe Bilder zu erzeugen.
  6. Hast du kein Stativ zur Hand? Dann achte auf deine Verschlusszeit:
    Bedenke: In der Landschaftsfotografie fotografierst du selten Offenblendig – deine Belichtungszeit kann also schnell „ungemütlich“ lang werden. Verwende also eine adäquate Belichtungszeit, um beispielsweise Kühe noch scharf abbilden zu können, oder um deine eigenen Verwacklungen zu reduzieren. Fotografiere (wenn du kein Stativ zur Hand hast) lieber mit etwas höherer ISO-Empfindlichkeit – es muss nicht immer „ISO 100“ sein.
  7. Reinigungstuch nicht vergessen:
    Bei Regen besteht die Gefahr von Wassertropfen auf der Linse oder dem Display. Ein sauberes Mikrofasertuch hilft, diese Tropfen schnell und einfach zu entfernen und die Bildqualität zu sichern. Gerade diese Wassertropfen direkt auf dem Front-Element deines Objektivs sind der Feind guter Landschaftsbilder – denn sie erscheinen meist als unscharfe graue Flecken.
  8. Trau dich nah heran:
    Regen kann die Entfernung optisch verringern und dadurch Landschaften scheinbar näher zusammenrücken lassen. Nutze diese Gelegenheit, um neue Perspektiven zu entdecken und gezielt Details in den Vordergrund zu rücken, oder auch um andere Brennweiten zu probieren.
  9. Spiele mit Verschlusszeiten:
    Mit längeren Verschlusszeiten kannst du den fallenden Regen als unscharfe Linien oder Muster in deinen Bildern einfangen. Experimentiere mit verschiedenen Einstellungen und lass deiner Kreativität freien Lauf. Schon mal an experimenteller Fotografie versucht?

Zusammenfassend bietet die Landschaftsfotografie bei Regen viele Möglichkeiten für einzigartige und beeindruckende Bilder, egal ob mit einem Smartphone oder einer Systemkamera. Achte auf den Schutz deiner Ausrüstung, nutze die besondere Atmosphäre des Regens und experimentiere mit Belichtung und Perspektiven. Mit diesen Tipps wirst du sicherlich bemerkenswerte Aufnahmen erzielen, die die unvergleichliche Atmosphäre von regnerischen Landschaften einfangen. Ein Stativ zur Hand zu haben ist ein Bonus – gerade, wenn du professionell unterwegs bist. Aber kein Muss, solange du dich (so wie ich mich) als Hobbyfotograf*in betrachtest.

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Frohes knipsen und bis bald!

Christopher

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